Multiple Sklerose, Krebs und Fußball


16.April 2009 Urologie Darmstadt. Nachdem ich erhöhte Blutwerte bei der Prostatauntersuchung hatte, wurde eine Gewebeprobe genommen. War nicht sehr schmerzhaft. Das Problem war, wie komme ich auf die Liege. Mit Hilfe einer Ärztin schafften wir das auch. Untersuchungsergebnis in einer Woche.

21.April Urologie Darmstadt. Besprechung der Prostatagewebeuntersuchung. Prostatakrebs. 
Scheiße, Scheiße, Scheiße.

23.April Untersuchung in der Röhre. CT. Negatives Ergebnis. Tumor hat nicht gestreut. Für mich POSITIV.

05.Mai Nuklearmedizinische Untersuchung. Knochenszintigrafie. Keine Metastasen. Der Untersuchungstisch war sehr, sehr hoch. Gerade so geschafft, mit Hilfe von zwei Frauen. Übrigens wurde entdeckt, dass ich mir bei meinem zweiten Speedy-Unfall eine Rippe gebrochen hatte.

06.Mai 209,40 € im Mittwochslotto gewonnen. Und das war erst der Anfang.

26.Mai Besprechung wg. der Strahlentherapie. Nebenwirkungen sehr gering, Vorteil des Blasenkatheters. Die ersten Bestrahlungstermine sind gemacht.

10.Juni Computer-Tomografie. Bestrahlungssimulation. Einzeichnen der Bestrahlungsfläche. Der Tisch auf dem ich während der Bestrahlung liege ist nicht sehr hoch. Da komm ich mit einem Begleiter aus. Muss mit dem ASB noch die Fahrttermine absprechen.
 
16.Juni Nochmal Bestrahlungssimulation. Das Einzeichnen wird sehr genau vorgenommen, die Bestrahlungsfläche eingepudert. Wird alles auf Fotos festgehalten, auch mein Portrait.

18.Juni Zwei Becher Kontrastmittel -igitt-igitt- Neunzig  Minuten warten, Röntgenbestandsaufnahmen. Einzeichnung wird wiederholt

23.Juni Die erste Bestrahlung. Frisch gepudert liege ich auf dem Tisch. Das Bestrahlungsgerät kreist um mich, hält an, bestrahlt. In ca. drei Minuten ists vorbei.

03.Juli Neun Bestrahlungen liegen hinter mir. Keine Nebenwirkungen.

08.Juli Durchfall

10. Juli Die dritte Bestrahlungswoche liegt hinter mir. Manchmal habe ich das Gefühl an Stärke zuzunehmen. Ist aber bestimmt nur Einbildung.

13. Juli Die vierte Bestrahlungswoche hat angefangen.

15. Juli Duschtag, endlich. Pudern ist auf Dauer nicht so sauber und hygienisch. Penaten Babypuder riecht nur gut.

16. Juli Zum ersten Mal Zoff mit meinen Transporteuren. Die Fahrerin wollte mich bei Ankunft im Strahlenzentrum umlagern, ich sagte ihr sie soll mich anmelden, ich komme immer gleich drann. Nach einem kurzen Gespräch mit den Schwestern in der Anmeldung setzte sie ihren Willen durch und ich wurde umgelagert. Nach fünf Minuten wurde ich aufgerufen, ich war drann. Die Bestrahlung dauerte drei Minuten, ich musste 20 Minuten auf den Rücktransport warten. Warten macht macht mir nix aus, ich frage mich nur, warum 4 statt 2 Fahrten ??

17. Juli Heute um 11.40 Uhr abgeholt, 14.40 zuhause. Dazwischen drei Minuten Bestrahlung.
Ohne Bauchkatheter und Urinbeutel kein Problem, aber so? Risiko.
 
27.Juli Wasserblasen an Bauch und Po

03. August Siebte Bestrahlungswoche. Verspätung der Malteser. Zwanzig Minuten. Nach kurzer Fahrt sagte ich zum Ziwi: Ist ja was ganz Neues, Stadtrundfahrt in Eberstadt. Antwort: So richtig kennen wir uns hier nicht aus. Weiter gings mit NAVI. In der Klinik angekommen stellte ich fest, dort kennen sie sich auch nicht aus. Mit meiner Hilfe kommen wir in den Bestrahlungsraum. Lächerlich.

04. August Malteser sind dieses mal pünktlich. Der Fahrer von Gestern, sein Beifahrer ein Darmstadtkundiger. Geht doch. Habe einen Duschtag bei den MTRAs angemeldet. Im Duschstuhl habe ich versucht die Puderreste zu entfernen. Gar nicht so leicht die Einzeichnungen zu umwaschen.

06. August Logistische Meisterleistung des gemeinsamen Fahrtdienstes von ASB und Johanniter. In der Klinik angekommen sagte die MTRA: „Herr Meurer ist in 20 Minuten fertig“. Der Fahrer teilte dies der Leitstelle mit. „Ihr müsst zurückkommen“, hieß es. Fünf Minuten später war ich im Bestrahlungsraum. Während das Fahrzeug zurückfuhr rief die MTRA die Leitstelle an, ich sei abholbereit, kam eine Fahrerin des ASB vorbeigelaufen. „Herr Meurer ich habe eine Tour nach Eberstadt ich rufe die Leitstelle an, dass ich Sie mitnehme“. „Geht nicht es ist schon ein Fahrzeug unterwegs“. Ich warte zehn Minuten, dann gings ab nach hause.

10. August Bei Nieselregen holt mich meine „Lieblingsfahrerin“ ab. Die b…. K.. wartet nie, nicht mal 5 Minuten. Ich bin mir sicher, wir können uns nicht leiden. Passiert manchmal, Blickkontakt, Antipathie. Kommt vor.

12. August Wieder eine Horrornacht, nicht geschlafen trotz Schlaftabletten. Mein linkes Bein zieht hoch, ich machs gerade, immer über den linken, entzündeten Knöchel. Höllische Schmerzen. Nach den Bestrahlungen werde ich mich um die Heilung des Knöchels kümmern.

13. August Ich bin wegen der letzten Nacht und der Bestrahlung sehr schwach. Transport und Bestrahlung waren in Ordnung

14. August Horrornacht, ohne Schlaf.. Trotzdem bin ich tagsüber nicht müde. Dachte heute wäre mein letzter Bestrahlungstag, denkste, noch eine Woche. Transport und Bestrahlung OK.

15. August Mit einer richtigen Schlaftablette einigermaßen gut geschlafen. Beim Anziehen merke ich, dass ich immer schwächer werde, das hochziehen an den Haltegriffen ist unmöglich. Ich habe Angst bald nur noch im Bett zu liegen. Das will ich unbedingt vermeiden und werde meine Vorbereitungen treffen. Lebender Leichnam ? Nix für mich.

17. August Siebte Bestrahlungswoche. Der Johanniter war Super. Wärend der Fahrt haben wir uns über Musik unterhalten. Sehr kurzweilige Fahrt. In der Klinik wurde ich neu bemalt, diesmal rote Farbe.

18. August Während des Transportes Schwierigkeiten mit dem Bauchkatheter. Die Erschütterungen während der Fahrt waren sehr heftig. Hatte wieder das „duale“ Gefühl.

19. August Heute transportierte mich wieder meine Lieblingsfahrerin. Die war ganz normal, seltsam, ob ihr die Kollegen was gesagt haben ? Warten musste sie nicht, es war viel los im Strahlenzentrum. Um 11.15 Uhr wurde ich abgeholt, um 13.45 Uhr war ich zuhause.

20. August Die letzte Fahrt, die letzte Bestrahlung. Gespräch mit der Ärztin: Die Krebszellen sind zerstört, der PSA-Wert liegt bei 4,25. Im April lag er bei 15,0. Sie nahm mir Blut ab, dass konnte sie besser als uns den Heilungsverlauf zu erklären. Der PSA-Wert muss kontrolliert werden. Bleibt er gleich, ists gut. Steigt er muss der Urologe tätig werden.

21. August Endlich Duschtag. Duschen ohne Rücksichtnahme auf Einzeichnungen, Duschen mit ganz viel Schaum. Sieben Wochen habe ich mich immer etwas muffig gefühlt.

25. August Ursula war bei meinem Urologen und hat sich über das weitere Vorgehen erkundigt. Ich muss mindesten einmal monatlich untersucht werden,Katheterwechsel abwechselnd mit Herr Grosch. Der PSA-Wert sollte sich bei 3,0 einpendeln, das wäre gut.

27. August Meine Hausärztin hat sich den entzündeten Knöchel angesehen. Im Gegensatz zu den letzten Wochen hatte ich bei der Untersuchung fast keine Schmerzen, (Autowerkstatteffekt) dafür war der Fuß stark angeschwollen. Die Behandlung wird einige Wochen dauern. Ursula klebt einen selbsthaftenden Wundverband (Allevyn Thin) auf den Knöchel. Jetzt kann ich nur noch warten.

28. August Neuigkeiten von der MS-Front. Ich kann meine Liegeposition im Bett nicht mehr ohne Hilfe verändern. Das nervt, weil ich Ursula nicht mehrmals in der Nacht wecken will. Ich hoffe, dass wir das in den Griff bekommen.

8.September Der Medizinische Dienst hat mich zur Einstufung besucht. Der Mann war nett und hat alle Möglichkeiten aufgelistet. Der Knackpunkt für die Pflegestufeneinteilung wird der Bauchkatheter sein, der eine Pflegerleichterung darstellt. Ich bin mir aber sicher das ich die Pflegestufe II behalte.

9.September  Großkampftag im Ärztehaus. Erst meine Neurologin gesprochen. War schon wieder ne Andere. Es gibt nix neues für mich MSler. Dann war ich zum Katheterwechsel und Blutentnahme in der Urologie. Den PSA Wert erfahre ich nächste Woche.

5.November Gute Nachricht aus der Urologie. Mein PSA Wert liegt bei 1,60.

31.Januar 2010  Sehr gute Nachricht aus der Urologie. Mein PSA Wert liegt bei 0,80.

11.Mai 2010  0,58 mein PSA Wert. Klasse
 
25.August 2010  0,66 mein PSA-Wert

2011 Kein Prostatakrebs mehr.

 

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